Erziehungsbeistandschaft
gemäß §§ 27 ff bzw. § 30 SGB VIII

Zielgruppe

Diese Hilfeform bezieht sich auf Mädchen / Jungen, die in ihren Familien leben, im Alter von 9-16 Jahren, mit Auffälligkeiten in ihrem Sozialverhalten und / oder Schwierigkeiten bei der Integration in Regeleinrichtungen oder das soziale Umfeld. Die Eltern sind einbezogen und erhalten Unterstützung zur Erziehung ihres Kindes, die über die Leistungen von Erziehungsberatungsstellen hinaus geht.

Themen und Ziele

  • Verbleib und Integration in Regeleinrichtungen (Schule, Hort, Verein etc.)
  • Klärung der Stellung in der Familie
  • Ausbau und Festigung sozialer Kompetenzen
  • Umgang mit dem eigenen Körper
  • Entwicklung von Selbstwert und Selbstbewusstsein
  • Förderung von Aufmerksamkeits- und Konzentrationsvermögen
  • Erweiterung von Konfliktfähigkeit
  • Reduzierung / Abbau von Entwicklungsverzögerungen

Sozialpädagogische Leistungen

  • Ressourcen und Interessen herausfinden und fördern
  • Selbstbewusstsein stärken durch Aufmerksamkeit und Ernstnehmen
  • Stabile und tragfähige Beziehung anbieten
  • Rollenvielfalt vorleben und Modellfunktion übernehmen
  • Hilfestellung geben bei Schwierigkeiten im Kontext Schule
  • Anregungen geben zur Freizeitgestaltung, sozialen und kulturellen Aktivitäten

Geschlechtsspezifischer Ansatz

Spätestens mit Beginn der Pubertät sind Mädchen Rollenzuschreibungen und - erwartungen ausgesetzt, die ihre Eigenständigkeit, Experimentierfreude und Lebenslust deutlich einschränken können.

Der mädchenspezifische Ansatz setzt dagegen an den individuellen Bedürfnissen und Ressourcen der Mädchen an und vermittelt Wertschätzung und Akzeptanz für individuelle Wege weiblicher Identitätssuche.

Pädagogische Jungenarbeit reflektiert die Geschlechterrolle mit ihren Implikationen und fördert die Selbstwahrnehmung der Jungen im Hinblick auf ihre Fähigkeiten, Begrenzungen und Bedürfnisse. Sie benötigt selbstbewusste Pädagogen, die sich als Vorbild, Reibungs- oder Projektionsfläche anbieten und Orientierungshilfe auf der Suche nach männlicher Identität sind.

Elternarbeit ggf. mit kollegialer Unterstützung

Sie soll die Eltern in ihrer Erziehungsfähigkeit stärken. Es finden regelmäßige Elterngespräche statt. Diese können durch die Hinzuziehung eines Kollegen / einer Kollegin unterstützt werden, wenn dies je nach Familienkonstellation und Einschätzung der Pädagogin / des Pädagogen sinnvoll erscheint und von den Eltern gewünscht und akzeptiert wird.

Gruppenangebot

Monatliche Aktionstage (vom Schwimmbadbesuch über Klettern an der Kletterwand bis zur Draisinenfahrt im Glantal) gemeinsam mit anderen Jugendlichen und BetreuerInnen ermöglichen neue Erfahrungen, das Kennenlernen und die Anknüpfung von Kontakten untereinander.

Ansprechpartnerin/ Ansprechpartner

Martina Güngerich
guengerich@vie-ev.de

Jens Jekewitz
jekewitz@vie-ev.de