Begleiteter Umgang gemäß § 18 Absatz 3
und § 50 SGB VIII

Zielgruppe

Der Begleitete Umgang ist ein Beratungs- und Unterstützungsangebot für Familien, die nicht mehr zusammen leben. Kooperative Regelungen zum Umgang mit dem Kind konnten von den Eltern aus eigener Kraft noch nicht etabliert werden.

Der Begleiteter Umgang kann entweder auf Wunsch von Umgangsberechtigten oder auch der Kinder/ Jugendlichen selbst zustande kommen. Bei stark beeinträchtigten Eltern-Kind-Beziehungen (Verdacht auf Gewaltanwendung, Suchtproblematik etc.) kann dieses Verfahren auch durch das Familiengericht angeordnet werden.

Die konfliktbelasteten Familien sollen bei der Klärung ihrer strittigen Umgangsfragen unterstützt werden, Krisen soll somit vorgebeugt werden.

Themen und Ziele

Ziel der Umgangsbegleitung ist die Anbahnung, Wiederherstellung oder Weiterführung der Umgangskontakte zwischen einem Kind und dem Elternteil, bei dem es nicht lebt. Perspektive ist, den Umgang ohne weitere Hilfen weiterzuführen. Im Mittelpunkt steht dabei das Kindeswohl; die Umgangskontakte richten sich in erster Linie nach den alters- und entwicklungsbedingten Bedürfnissen des Kindes. Die Umgangskontakte sollen die Identitätsfindung des Kindes fördern und den Erhalt bzw. die Entwicklung oder die Wiederherstellung der emotionalen und sozialen Beziehungen und Bindungen zu den Umgangsberechtigten ermöglichen.

Voraussetzung ist die Bereitschaft der Eltern, die Problematik, die zur Entstehung der Schwierigkeiten geführt hat, konstruktiv zu bearbeiten, einen respektvollen Umgang miteinander zu pflegen, dem Kind eine positive Sicht auf den anderen Elternteil zu vermitteln und getroffene Absprachen verlässlich einzuhalten.

Sozialpädagogische Leistungen

Der begleitete Umgang ist eine zeitlich befristete Maßnahme, die in der Regel zehn Umgangsbegleitungen nicht überschreiten sollte. Die fachliche Beratung der Eltern oder sonstiger umgangsberechtigter Personen ist ein verbindlicher Bestandteil des Unterstützungsangebots. Der begleitete Umgang kann auch als Frau-Mann-Co-Beratung, in Kleingruppenform oder unter Einbeziehung von Geschwistern und/ oder FreundInnen stattfinden.

  • Planung, Durchführung und Nachbereitung von Umgangskontakten
  • Erarbeitung individueller Maßnahmeziele und eines verbindlichen Vertrags gemeinsam mit den Eltern
  • Stärkung der Eigenverantwortlichkeit der Kinder durch Beteiligung im Prozess
  • Förderung der Bindungs- und Beziehungsfähigkeit zwischen dem Kind und der umgangsberechtigten Person
  • Aufklärung der Eltern über kindliche Reaktionstendenzen in Konfliktsituationen (z.B. Loyalitätskonflikte etc.)
  • Unterstützung bei der Verbesserung der elterlichen Kommunikation
  • Begleitende Einzelgespräche mit dem Kind vor allem bei Verweigerung oder auffälligen Reaktionen des Kindes auf den Umgangskontakt
  • Fallvertretung nach außen (Gericht, Jugendamt)
  • Erarbeitung eines Umgangsmodells unter der Berücksichtigung der Wünsche des Kindes und der Möglichkeiten der Eltern, das sich im Alltag bewährt (Abschlusskontrakt)
  • Nachbetreuung: die Beratungsperson bleibt für einen Zeitraum von 12 Monaten nach Abschluss der Maßnahme AnsprechpartnerIn

Ansprechpartnerin/ Ansprechpartner

Martina Güngerich
guengerich@vie-ev.de

Jens Jekewitz
jekewitz@vie-ev.de